Mittwoch, 31. Juli 2013

Zurück im Waisenhaus


Als wir zum Orphanage kamen (über den Hintereingang), sprangen uns die 2 Jungs sofort entgegen und Simba hat schon von weitem meinen Namen gerufen. Es hat mich sehr gefreut, dass sie mich sofort erkannt haben. Bis auf die kleinen 3 haben sich die Kinder kaum verändert, nebst der Tatsache, dass mittlerweile fast alle laufen. Doch Tapiwa, Takunda und Nelson, die letztes Jahr ja noch Babies waren, sind extrem gross geworden und stehen alle. Tapiwa, die letztes Jahr noch ein Schreikind war, ist nun das süsseste kleine Mädchen, das man sich vorstellen kann. Mit ihrem Glucksen und Lachen wickelt sie jeden um den Finger. Takunda ist noch immer das selbe ruhige und pflegeleichte Kind, wie vor einem Jahr (Ich habe ihn noch nie schreien gesehen, nicht einmal, als er vom Tisch Kopf voran auf den Betonboden prallte). Und Nelson ist noch immer mein kleiner Schatz. Schon nach wenigen Minuten ist er in der gleichen Stellung wie immer, mit dem Kopf auf meinem Herz, eingeschlafen. Allerdings ist er ziemlich eifersüchtig und reklamiert schon, wenn ich nur mit jemand anderem rede. Und von wieder gehen lassen will er dann schon gar nichts wissen. Die Waisenhausmütter nannten mich schon nach einem Morgen „Mama Nelson“ und sagten, ich müsse ihn dann halt mit mir in die Schweiz nehmen. Was der Zoll wohl zu diesem Handgepäck sagen würde? ;-)
Alles in allem hat sich nicht viel verändert im Waisenhaus. Die Kinder bekommen immer noch viel zu viel zu essen und die Platzverhältnisse sind viel zu eng für so viele laufende Kinder. So haben wir auch schon am ersten Abend, noch bevor wir überhaupt ins Waisenhaus gingen, eine Investitionsmöglichkeit für mein gesammeltes Geld gefunden: Wir werden das Gelände hangabwärts vergrössern, mit Rutschbahn, Klettersteinen und vor allem viiiel mehr Platz. Vielleicht beginnen schon Morgen die ersten Planungen mit dem (momentan arbeitslosen) Mann einer Waisenhausmutter. Ich hoffe für die Kinder, dass dieser Plan umgesetzt werden kann und sie schon bald mehr Platz zum Spielen und Austoben haben.
Der Alltag im Waisenhaus ist strenger geworden. Es sind nun viel mehr Kinder, die nonstop Unterhaltung brauchen und sich aus eigener Kraft an dich hängen können. Dementsprechend ist auch das Geschrei lauter geworden.
Kurz vor meiner Ankunft sind noch 2 kleine Babies ins Waisenhaus gekommen. Justin Calvin, welcher etwas grösser und älter ist, und die kleine Palesa. Durch den grossen Trubel mit den andern bin ich allerdings noch nicht gross zum „pöppela“ gekommen. Aber ich habe ja noch genug Zeit, dies nachzuholen. J
Seit ein paar Wochen lebt auch noch eine ältere Frau im Waisenhaus. Sie ist selbst Waise und hat ihr ganzes Leben im Spital verbracht. Sie ist geistig und körperlich behindert und wurde nie irgendwo sozial integriert. Ihr Leben im Waisenhaus bringt jedoch Vor- und Nachteile mit sich. Es ist sicher gut, dass sie nun mit anderen Menschen zusammenleben kann und endlich Teil einer Familie sein kann. Sie ist allerdings wegen ihrer Behinderung relativ grob zu den Kindern und die Älteren erlauben sich gerne Spässe mit ihr. Doch wie gesagt, dieser Versuch des Zusammenlebens ist erst gestartet und vielleicht pendelt sich das Ganze auch schon bald ein. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, es einmal zu versuchen.
Ansonsten hat sich wirklich nicht viel verändert und ich geniesse es, meine Kinder wieder in die Arme zu schliessen und ihnen all meine Zeit und Liebe zu schenken. <3

Tapiwa, die kleine Minimaus, die sooo gross geworden ist und das süsseste kleine Mädchen ist, das ich je gesehen habe

Divine hat sich kaum verändert, allerdings läuft er mittlerweile - aber nur, wenn's sein muss ;-)

Tobias ist zwar fast 1 Jahr alt, aber ziemlich klein und chronisch krank (extreme Frühgeburt)

Beim Maulwaschen: Nelson lacht noch immer mit ausgestreckter Zunge :-)

Soooo gross ist mein kleiner Nelly geworden!!

Tapiwa mit Agnes, der behinderten Waise

Emma, die Clemens und dem Waisenhaus täglich Früchte und Gemüse bringt, zusammen mit Palesa, einem 2.4kg schweren Neugeborenen

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