Mittwoch, 9. Oktober 2013

Theresas Farm


Wie letztes Jahr machten wir uns auch dieses Jahr auf die Reise in den Süden zur Farm von Theresa. Nach mehreren Stunden Fahrt ( ich bin übrigens auch gefahren ;-) ) und ca. 500 Höhenmetern kamen wir am Nachmittag auf der riesigen Farm an. Natürlich wurden wir sofort von Zulu und Lala (den beiden riesigen Wachhunden) begrüsst. Ich war ziemlich froh, dass Zulu nun nicht mehr so sehr pubertierte und ich nicht ständig Angst haben musste, am Ende mit einer Hand weniger nach Hause zu reisen.
Schon nach einem kleinen Begrüssungsdrink war es Zeit, die Elefanten zu suchen und mit ihnen zu ihrem Schlafplatz zu laufen. Auch von den Elefanten wurden wir stürmisch begrüsst, was im ersten Moment doch noch beängstigender war als Zulu. Doch Theresa und ihre Elefantenwächter haben die Tiere gut erzogen und so wurde glücklicherweise niemand vor Freude zerquetscht. ;-)
Während wir zurück zum Schlafplatz der Elefanten liefen, die Elefanten haben uns natürlich gleich selber den Weg gezeigt, hat uns Theresa viel über ihre vier grossen Damen und ihre Arbeit mit ihnen erzählt. Es war erneut sehr spannend, Neues über diese gigantischen Dickhäuter zu erfahren und Theresas Leidenschaft zu sehen.
Beim Schlafplatz angekommen werden die Tiere gefüttert. Dazu wird jeder Elefant an seinen Platz geführt und dort mit einer Kette festgekettet. Dies aus zwei Gründen: Einerseits, dass sie beim Füttern nicht den andern das Futter wegfressen, sondern wirklich nur die ihnen zugesprochene Portion. Andrerseits der Wilderer wegen, da sie ohne Kette das Gelände verlassen könnten und durch ihre an Menschen gewöhnte Haltung ein leichtes Ziel abgäben.
Die Elefanten verschlingen Unmengen an Nahrung. Am Morgen werden sie vorwiegend mit Citrusfrüchten gefüttert, mit welchen auch trainiert wird. Tagsüber werden sie immer wieder in andere Gehege, welche grosse Felder umzäunen, geführt, wo sie reichlich Nahrung finden. Und am Abend gibt es ein Mehrgang-Menü mit Heu, Papaya-Baumstämmen, Maisstengeln, Zuckerrohr, Citrusfrüchten, …
Die Elefantendamen von Theresa sind sehr zahm und so kann man sie ohne Probleme streicheln oder füttern. Sie sind aber auch sehr neugierig und so muss man aufpassen, dass man nicht überrannt wird, da sie ihre eigene Kraft noch nicht im Griff haben. Schliesslich darf man nicht vergessen, dass alle 4 noch Teenager sind.
Theresa und ihr Mann Gary haben als weisse Farmer ziemliche Probleme mit den Einheimischen, vor allem aber mit der Regierung und Parteimitgliedern. So kommt es immer wieder, dass man versucht, sie dazu zu bringen, ihre Farm zu verlassen. Landbesetzungen sind da noch die harmlose Variante. Weil die Leute wissen, dass Theresa Tiere über alles liebt, wurden auch schon auf ihren Feldern Giraffen erhängt, mit dem einzigen Grund, Theresa loszuwerden. Theresa lässt sich davon jedoch nicht abschrecken, im Gegenteil. Es ist für sie ein weiterer Beweis, dass sie ihre Tiere schützen muss. So werden ihre 4 Elefanten rund um die Uhr betreut und weitere Aufseher sorgen dafür, dass den wilden Tieren, die sich in ihrem Gebiet rumtreiben, nichts passiert. Dies ist zwar nicht immer möglich, aber hat doch schon viele Leben gerettet. Sie hat auch einen Plan B, falls man ihr doch eines Tages die Farm endgültig wegnehmen würde. Sie will dann mit Hubschraubern und Lastwagen ihre eigenen Tiere sowie die wilden Elefanten (etwa 40 in ihrem Gebiet) an einen sicheren Platz bringen, den sie bereits gefunden hat. Dieses Unternehmen wäre zwar ziemlich kostspielig und aufwendig, aber Theresa würde es für ihre Tiere jederzeit tun.
Momentan besitzt Theresa auch ein Gennet, Genie genannt. Ein Gennet ist eine Mischung aus Wildkatze und Marder und besitzt ein wunderschönes Muster. Sie hat uns beim Abendessen unterhalten indem sie von Knie zu Knie hüpfte und man nie genau wusste, wann sie wieder vorbeikommen würde. Wir machten es dann zur Tischaufgabe, herauszufinden, wo sich Genie gerade befindet. Allerdings haben wir Mädchen uns mit unserem Quietschen jedes Mal aufs Neue verraten. ;-)
Am Morgen kam dann das grosse Highlight: Wir durften auf den Elefanten reiten! Es war ein unglaubliches Erlebnis. Ohne Sattel und den Lärm von Zoobesuchern sassen wir auf diesen riesigen Tieren und balancierten uns durch die zimbabwische Steppe. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, diese Kraft und Ruhe unter dir zu spüren. Ich werde dieses Erlebnis nie mehr vergessen!
Nach dem Reiten trainieren Theresa und ihre Angestellten die Elefanten. Sie müssen sich dafür in einer Reihe aufstellen und dann verschiedene Befehle üben. Als Belohnung bekommen sie jeweils eine Orange oder Grapefruit. Es ist erstaunlich wie gut die Teenagerelefanten den Befehlen folgen, viele Zirkustrainer wären ziemlich neidisch.
Auch dieses Mal war die Reise zu Theresa ein Erlebnis für sich, welches wir nicht so schnell wieder vergessen werden.

 
Theresas Antilope

Bibelis

Cicca





Gordischer Knoten à la Kimba



Theresa mit Chitora

Chinja und Chitora


Mungwezi führt Kunststücke vor

Gennet


Mungwezi zeigt, was sie kann





Training



Theresas blinder Büffel

Zulu

Wunderschöner Sonnenuntergang auf Wasara (Theresas Hof)